Welches Käfigzubehör macht Sinn und wie halte ich es am besten Instand?

Nun, wenn wir einen Käfig haben, muss dieser auch wohnlich eingerichtet werden. Man selbst will ja auch nicht in einem unmöblierten Wohnraum leben.

Zur Einrichtung kann/sollte man folgendes nehmen.

  • Etagen (Volletagen, Ecketagen, Halbetagen)
    • Ratten brauchen definitiv mehrere Volletagen. Diese sollten über die gesamte Fläche des Käfigs gehen (Logischerweise, daher auch „VOLL“etagen.). Ecketagen, sowie Halbetagen können nach Bedarf angebracht werden. (Bedenkt bitte aber immer die Abstände!). Die Etagen können aus Plastik oder Holz sein. Entscheidet ihr euch für Holz, solltet ihr bedenken, dass es „Pipifest“ gemacht werden muss, sonst wird es sich mit Urin vollsaugen und sehr bald, sehr schlimm stinken. Mehr dazu später.

 

  • Aufgänge (Leitern, Röhren, Baumstämme)
    • Hier eignen sich sogenannte „Hühnerleitern“ besser, als z. Bsp. die üblichen Leiten für Vogelkäfige. Diese haben oft zu breite Sprossenabstände und haben die Gefahr, dass die Tiere abrutschen. Zudem laden Sie (zumindest bei meinen Nasen) sehr zum Kaputtnagen ein. Auch sind Röhren sehr gut. Bei den Röhren habt ihr die Möglichkeit die Spieltunnel (die sind wie die Abluftschläuche von den Trocknern (oder so ähnlich) zu erwerben oder die etwas stabileren Röhren (=Drainageröhren) aus dem Baumarkt (diese gelben, die die vom Straßenbauamt z. B. benutzen um Kabel zu verstecken im Boden, die auch den Trocknerabluftschläuchen ähnlich sind). In letztere sollte man aber Luftlöcher machen. Ich persönlich bin von beiden Varianten nicht sehr begeistert, da man nicht sieht, wer da wuselt. Ich habe auf die Spielzeugröhren aus Hartplastik zurück gegriffen. Allerdings warne ich davor, mehr als zwei aneinander zu hängen, bzw. mehr als 2 grade Röhren oder mehr als 1 grade Röhre und 2 gebogene Stücke. Klar, man sieht die Tiere, aber wenn es zum Streit kommt, ist eingreifen schwer, wenn zu viel Strecke ist, die man erst abmontieren muss. Auch Baumstämme und Äste (ACHTUNG: Nur von Obstgehölzen, gut gesäubert! (am besten Apfel-, Birne- , Nuss- oder Weidenholz, große Äste in der Badewanne mit kochendem Wasser reinigen, kleinere im Backofen bei ungefähr 100°C mindestens eine halbe Stunde ausbacken)) )  können als Aufstieg benutzt werden, sofern diese sicher, breit genug und wackelfest sind. Für zusätzlichen Halt kann man hier mit Hanfseilen, Sisalseilen oder Kokosseilen arbeiten.
  • Versteckmöglichkeiten (Häuser, Kisten, etc. )
    • Hier haben sich Holzhäuser bewährt. Hier sollte man auch die „Pipifestigkeit“ bedenken. Auch sind Plastikhäuser eine Alternative. Gern von Ratten besiedelt und überaus beliebt bei Haltern, wie auch den Tieren sind die „Sputnik“ Häuser von Savic. Auch die Iglus Diese gibt es in diversen Farben. Speziellere Farbtöne gibt es auch, doch leider kaum bei deutschen Shops. Es gibt noch viele weitere „Hausmodelle“, die für die Ratten geeignet sind. Es sollten hier allerdings keine Häuser für Hamster oder Mäuse genommen werden, da diese schlichtweg einfach zu klein sind.

 

  • Klettermöglichkeiten und Spielzeug (Seile, Äste, Leiten, Schaukeln, Nagehölzer)
    • Auch hier gilt: Baumstämme und Äste (ACHTUNG: Nur von Obstgehölzen, gut gesäubert! (am besten Apfel-, Birne- , Nuss- oder Weidenholz, große Äste in der Badewanne mit kochendem Wasser reinigen, kleinere im Backofen bei ungefähr 100°C mindestens eine halbe Stunde ausbacken))  können verwendet werden zum Knabbern. Als Klettermöglichkeit auch, sofern diese sicher, breit genug und wackelfest sind. Für zusätzlichen Halt kann man hier mit Hanfseilen, Sisalseilen oder Kokosseilen arbeiten. Diese kann man natürlich auch anderweitig installieren. Auch gibt es einige im Käfig installierbare Möglichkeiten, wie z. Bsp. spezielle Nagehölzer. Ein Beispiel ist verlinkt. DRINGEND abgeraten wird von Salz- und Minerallecksteinen, da diese eine Über- bzw. Falschversorgung der Tiere bedeuten kann.
      • Folgende Möglichkeiten hat man beispielsweise um die Tiere zu beschäftigen- Futtergirlande-Trofu in Einstreu-Trofu in Schale mit Kieselsteinen

        -Aufgehängte Klopapierrolle zum selbst abwickeln

        -Kleine Joghurt-Drink-Flaschen ohne Deckel mittig aufspießen, mit Leckerli füllen  und so aufstellen/hängen, dass die Nasen sie drehen müssen, damit das Leckerli rausfällt

        -Frischfutter am Futterspieß

        -Toilettenpapierrollen mit Futter und Zeitung gefüllt

 

  • Kuschelsachen
    • Hier sind beliebt: Hängematten, Tunnel, Hängehäuser, etc. Diese kann man selbst machen oder auch erwerben in den üblichen Shops.
      • – Kuschelsachen bei Näherinnen/Nähern erwerben- alte Handtücher an 4 Ecken Aufhängen- Jeans komplett oder Hosenbeine

        – Einkaufstoffbeutel mit zwei Eingängen

        – Socke am Bund Wäscheklammer, andere Seite leicht aufgeschnitten (Vorsicht bei Sportsocken, diese können Fäden ziehen, die dann Gliedmaßen abschnüren können)

  • Tränken
    • Bei den Tränken gibt es verschiedene Modelle
      • Nippeltränken: Diese werden oft genommen. Hier gibt es aber auch zwei Modelle:
        • mit Kugel: Diese Modelle werden schnell verstanden, sind relativ Auslaufsicher
        • mit Stift: Auch brauchbar, doch es gibt viele Tiere, die nicht verstehen, dass sie den Stift zurück drücken müssen, um zu trinken. Ich persönlich nutze diese nicht.
        • ohne: Mein Modell – ich will zwar keine Werbung machen, aber mich begeistert das Modell, weil es keine Kugel und keinen Stift hat, die das Tier erst verstehen muss, sie ist Auslaufsicher und mich begeistert die Anbringung außerhalb des Käfigs.
    • Die Tränken können zum Teil innen durch einen Ständer platziert werden, zum Teil außen angebracht werden. Berichte und Erfahrungen, die ich gemacht oder vernommen habe, leiten mich zur Ansicht, dass Tränken, die man außen anbringen kann, mit einer sicheren Halterung (kein bloßer Draht) das beste Ergebnis im Gebrauch erzielen. Tränken, die man innen montiert, traue ich nicht, da ich schon mehrfach hörte, dass Tiere es IRGENDWIE geschafft haben, in die Halterungen zu kommen, hängen zu bleiben und sich verletzen, wenn nicht dies sogar tödlich.

 

  • Näpfe:
    • Hier habt ihr verschiedene Möglichkeiten. Mit welchen ihr am Ende am besten klar kommt, müsst ihr herau finden. Ich persönlich tendiere zu den Metall- und Keramiknäpfen. Am liebsten Keramiknäpfe, da diese schwer sind. Ratten sind nämlich leidenschaftliche Innenarchitekten und schieben sich alles dahin, wo es ihnen passt. Und das kann bei einem Napf wirklich blöde enden.
      • Metallnäpfe: Leicht zu reinigen
      • Keramiknäpfe: Leicht zu reinigen
      • Plastiknäpfe: Leicht zu reinigen, aber nicht nagesicher

 

  • „Buddelkisten“ befüllt mit
    • Karton
    • Plastik
      • Inhalt:
        • Erde/Kokoserde (diese bitte einmal durchfrosten oder im Backofen durchbacken bei xxx°C)
        • Zeitungspapier
        • Papierschnipsel
        • Playmais (Kindersicher!)
  • Toiletten
    • Toilettenecken und -schalen sind im Zoofachhandel zu erwerben. Beim Schrank kann man auch bestimmte Ecken fliesen.

 

Instandhaltung des Zubehörs

 

Wie ihr sicherlich wisst (oder früher oder später bemerkt habt/bemerken werdet), sind Ratten Nagetiere und markieren mit Urin.

Dies kann sich durchaus zum Nachteil des Käfigs/der Käfigeinrichtung auswirken.

Für Holzetagen oder sonstige Holzteile (es sei denn, sie sind extra zum Nagen da) empfiehlt sich, dass man das Material zumindest „Pipifest“ machen kann.

Hierzu gibt es diverse Möglichkeiten:

  • Siebdruckplatten – diese sind von vornherein beschichtet
  • beschichtete Platten – man kann die Holzplatten vorab beschichtet erwerben
  • Möbelfolie
  • Spielzeuglack (auch „Sabberlack“ genannt) nach DIN EN 75.1

Gegen das Annagen der Teile kann man leider nicht viel tun. Hier hilft nur, den Tieren ausreichend Beschäftigung und Auslauf zu bieten. Dann wird auch im Käfig weniger genagt.

Das Kuschelzeug ist bei den meisten Ratten nie lange von Bestand (Nager halt ;( ). Daher sollte man mehrere Sets haben und regelmäßig austauschen und waschen.