Fortpflanzung

Ratten sind sehr vermehrungsfreudig.

Hält man Bock und Weibchen zusammen, stellt sich schon bald Nachwuchs ein.

Weibchen werden alle 4-5 Tage für circa 6 Stunden lang „rattig“ (paarungsbereit). Die Tragezeit beträgt 21-24 Tage und pro Wurf kommen in der Regel (+/-) 8-14 Welpen zur Welt.

Da die Weibchen nach (+/-) 30 Minuten nach der Geburt erneut trächtig werden können, kann die Rattenpopulation exponentiell zunehmen.  Daher sollte man die Tiere spätestens 19 Tage nach dem Decken trennen, zur Sicherheit. Ist das Weibchen rattig, zeigt sie es deutlich mit Duftsignalen und speziellen Bewegungsabläufen. Die Tiere können sich 200-500 (!) mal paaren innerhalb kürzester Zeit.
Man erkennt, ob die Rattendame „rattig“ ist, wenn Sie beim Streicheln über den Rücken diesen durchdrückt, den Kopf hochhält und das Hinterteil anhebt. Der Körper vibriert und die Ohren flattern. Weibchen werden zusätzlich hitzig, wenn sie auf ein Männchen treffen.

Ob ein Rattenweibchen trächtig ist, erkennt man meist erst kurz vor der Geburt. Meist am verstärktem Nestbautrieb, am Anschwellen der Zitzen, am etwas fülligerem, birnenförmigen Bauch oder, wenn wenige Junge erwartet werden, gar nicht. Das Weibchen wird schwerfälliger und frisst meist nun die doppelte Menge von dem, was sie zuvor frisst. Die meiste Zeit wird die Ratte kurz vor der Geburt damit verbringen, ein gemütliches und geräumiges Wurfnest zu bauen. Hier sollte man daher beachten, dass man dem Tier genügend Nistmaterial bereitstellt. Hier eignet sich weicheres Papier, wie zum Beispiel Küchenrolle, Toilettenpapier und Taschentücher, damit die Babys sich nicht verletzen können, denn diese werden nackt geboren. Man sollte dem Weibchen am besten ein Geburtshäuschen zur Verfügung stellen. Ideal wäre, wenn dies nur durch einen erhöhten Ein-/Ausgang zugänglich wäre, damit die Welpen nicht weg kriechen können.

Gegebenenfalls sollte man über einen separaten Wurfkäfig nachdenken, in den man die werdende Mutter steckt, denn ein Wurf kann zu Aggressionen des Muttertiers gegenüber ihrer Rudelgenossen kommen. Zwar können andere Rattenweibchen im Käfig mit der Mutter verbleiben, da sie sich im Regelfall nicht allzu sehr für die Jungtiere interessieren und im günstigsten Fall als „Ammen“ bei der Aufzucht helfen. Auch kastrierte Böcke greifen mitunter den Nachwuchs an, hier ist Vorsicht geboten.

Ein weiterer Punkt, weshalb man über einen separaten Wurfkäfig nachdenken sollte, ist, dass man die Kletterhöhe reduziert, denn klettern ist weder für die werdende, noch für die säugende Mutter gut und eine unnötige Gefahrenquelle. Es sollte dennoch kein „Hamsterknast“ sein.
Vorsicht beim Anheben der Trächtigen der Mutter. Damit die sehr empfindlichen Jungen im Bauch nicht verletzt werden, wird sie nicht um den Bauch gefasst. Muss sie hochgenommen werden, dann muss man alle Füße abstützen um eine Belastung des Bauches zu verhindern.

Die werdende Mutter braucht weiterhin Ihren Auslauf, sollte aber immer zu ihrem Wurf laufen können. Ansonsten keine Veränderungen im Käfig und viel Ruhe. Sie weiß genau was sie vor und nach der Geburt machen muss.

Tragende Rattenweibchen sind mitunter etwas aggressiver. Es kann vorkommen, dass sonst zahme Tiere zubeißen.
Rattenmütter haben einen erhöhten Eiweiß- und Mineralbedarf. Deshalb sollte man unbedingt eine abwechslungsreiche Kost anbieten. Etwas mehr Trockenfutter und vor allem frisches Gemüse und Grünfutter sollte angeboten werden. Auch abwechslungsreiches Eiweißfutter ist während und vor allem nach der Schwangerschaft notwendig. Geben Sie während der Schwangerschaft nicht zu viel Fetthaltiges und nicht zu viele Proteinquellen, sonst werden die Jungen zu groß und es kommt zu Geburtskomplikationen.

Kurz vor der Geburt sollte der Käfig nicht mehr gesäubert werden, und dann erst wieder 3 Tage nach der Geburt, wobei der Nestbereich ausgelassen werden sollte. Diesen darf man frühestens 5 Tage nach Geburt begutachten um evtl. nasses Nistmaterial vorsichtig zu entfernt und neues außerhalb des Nestes anzubieten.
Die Geburt findet meist in der Nacht statt und dauert ca. 20 Minuten. Ist sie nach 1 Stunde noch nicht abgeschlossen, sollte unverzüglich mit einem Tierarzt Kontakt aufgenommen werden. Die meisten Tierärzte kommen dann leider nicht ins Haus, ein Transport könnte aber lebensgefährlich sein.

Jedes Einzelne Baby wird von der Mutter in Empfang genommen und abgenabelt, danach wird es sofort von der Eihaut befreit und trocken geleckt.

 

Die Geburt und Brutpflege

Bei der Geburt darf die Mutter nicht gestört werden.

Sie hat jetzt sehr viel Stress. sie muss die Jungen Putzen, Wärmen und Stillen.

Das kräftige Ablecken/Putzen der Jungen direkt nach der Geburt hat mehrere Gründe:

  • Die Jungen werden so gesäubert.
  • Die Blutzirkulation wird angeregt und der Kreislauf wird so erst richtig in Gang gebracht.
  • Mutter und Kind stellen so eine Bindung her und die Mutter nimmt den Geruch des Jungen auf.

Die Eihaut sowie die Nachgeburt werden von der Mutter gefressen.

Die Jungen kommen blind und unbehaart und mit geschlossenen Ohren zur Welt, sind also Nesthocker und werden bis zum 30. Lebenstag gesäugt. Sie geben sich durch leises Fiepen zu erkennen. Es können zwischen 8 und 14 oder mehr Welpen geboren werden, mitunter sind es auch weniger.

Nach der Geburt sollten Sie das Nest auf Fehlgeburten (diese werden vorsichtig mit einem Holzstab entfernt) kontrollieren. Am besten wenn die Mutter Auslauf hat. Untersuchen Sie auch vorsichtig die Mutter. Vorsicht, der Nachwuchs darf auf jeden Fall erst vom 5.Tag an berührt werden, sonst wird er von manchen Müttern nicht mehr angenommen.

Wichtig!

Rattenmütter fressen gelegentlich ihren Nachwuchs, das kann folgende Ursachen haben

  • Die Rattenmutter hat einen Eiweiß und/oder Mineralienmangel.
  • Die Jungen sind von Geburt an nicht lebensfähig. Stößt das Junge nicht kurz nach der Geburt einen Schrei aus, frisst die Mutter weiter.
  • Die Mutter wird zu oft gestört, sie kommt nicht zur Ruhe und ist unsicher, sie frisst die Jungen aus Angst.
  • Die Mutter ist unerfahren und weiß nicht was sie mit dem Nachwuchs machen soll.
  • Die Mutter hat Stress, weil evtl. die Besatzdichte im Gehege zu hoch ist, kein Haus vorhanden ist etc.

 

Entwicklung der Jungen

  • Am 1. Lebenstag können die Jungen schon riechen.
  • Bis zum 3. Lebenstag sind die Jungen völlig nackt, am 3. Tag treten erste Haarspitzen aus der Haut hervor und die Fellzeichnung bildet sich.
  • Ab dem 5. Lebenstag können die Jungen einige Minuten gestreichelt werden und durch flüstern an die menschliche Stimme gewöhnt werden – aber nur, wenn das Rattenweibchen dies zulässt. Wichtig ist, dass sie warm bleiben. Auch wenn die Ohren noch geschlossen sind, können sie etwas hören. Von nun an 1 – 2 x täglich die Jungen in die Hand nehmen, am besten mit zwei Fingern am Brustkorb anheben.
  • Ab dem 8. Tag fangen die Jungen an zu krabbeln, da ist der Absturzschutz wichtig. Jetzt sind bei den Weibchen die Zitzen gut zu sehen.
  • Ab dem 12.Tag öffnen sich die Ohren.
  • Ab dem 14. Tag sind die Augen auf. Nun machen die Tiere selbstständige Ausflüge in die Umgebung und spielen mit ihren Geschwistern und nun ist es auch möglich, intensiveren Kontakt zu den Babys aufzunehmen.
  • Ab dem 22. Tag sind sie völlig selbstständig und fangen nun an etwas feste Nahrung zu sich zu nehmen, werden aber von der Mutter bis zum 30. Tag noch gesäugt. Das Fellkleid ist voll ausgebildet.
  • Ab dem 32.Tag können die Männchen Geschlechtsreif werden und müssen bis spätestens zum 35. Tag von der Mutter getrennt werden. Die Weibchen sollten mindestens 6 Wochen bei der Mutter bleiben. Gerade die 4.Woche ist prägend für das Sozialverhalten, das der Nachwuchs dann von der Mutter lernt. Deshalb nicht unnötig früh trennen und danach wäre es gut wenn der männliche Nachwuchs nur durch ein Maschengitter von der Mutter getrennt ist und Sicht und Schnupperkontakt erhalten bleiben.

Nach der Trennung bilden sich unter dem Nachwuchs freundschaftliche Gruppen, 2 oder 3 Junge sind oft und gern zusammen, diese sollten auch bei einer Vermittlung zusammen bleiben können.

Es gibt auch Nachwuchs, der besonders an Vater oder Mutter hängt und dies sollte man ggf. beachten. Die Abgabe der Tiere sollte frühestens circa erst mit 6 Wochen, denn grade ab der 4.-6. Woche lernen die Jungtiere das wichtige Sozialverhalten von ihren älteren Rudelmitgliedern.

Beachtet dabei, dass der Vater oder auch andere Böcke, dürfen nur dann bei der Mutter und den Jungen bleiben, wenn sie kastriert sind, da er sonst die Mutter sofort wieder gedeckt wird.

Hier ist allerdings wichtig zu erwähnen, dass man niemals Tiere unnötig einer Operation unterziehen sollte. Deswegen sollte man sich für ein Geschlecht entscheiden, dass man als Rudel halten will. Eine OP bedeutet ein unnötiges Risiko und immensen Stress für das Tier.

Link: Gutes Statement zur Kastration

Da Rattenböcke bis zu 6 Wochen nach der Kastration noch zeugungsfähig sind, dürfen sie erst dann wieder zum Weibchen (sie können aber natürlich dabei bleiben, wenn es sich schon um den zweiten „Unfallwurf“ handelt, der vom bereits kastrierten Vater gezeugt wurde, oder wenn es bereits kastrierte Böcke sind, die im Rudel leben und die sich friedfertig gegenüber den Jungen zeigen).

Die Jungen dürfen nicht nach Einsetzen der Geschlechtsreife zu dem getrennt lebenden Vater gegeben werden, dieser erkennt seine eigenen Jungen nicht und könnte die schwachen Jungtiere verletzen oder töten. Die Jungböcke dürfen erst ab der 10. Lebenswoche zum Vater.

Rattenweibchen, die länger bei Ihren Müttern lebten und ihnen bei der Aufzucht der Jungen geholfen haben, sind wesentlich ruhiger und sicherer wenn sie selber Jungen bekommen.

Quelle: diebrain.de; Farbrattengenetik.de.tl

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.